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  Kulturvermittlung Dr. Nina Reuther

Kurze Biographie

☜ 2016 am Ufer des Adams Lake B.C. (Kanada) zusammen mit meiner Tochter Miriam und meinem Lebensgefährten Rainer Gleu.
Über meine Familie bin ich von klein auf mit verschiedenen Kulturen und Sprachen in Kontakt gekommen. Aufgewachsen bin ich zunächst in Deutschland und Italien, dann Frankreich und später, bereits als junge Erwachsene, in Kanada. Über meine Mutter, die teilweise in Chile aufgewachsen ist, kam das Interesse für Indigene Völker und ihren Lebens- und Denkweisen in mein Leben. Mein Vater schulte mich eingehend in westeuropäischer Geschichte und Geisteswissenschaften.

Seit Beginn der 1990er Jahre verbringe ich regelmäßig Zeit in den Gemeinden Skeetchestn und Tk'emlúps te Secwépemc, die Teil der kanadischen First Nation der Secwépemc sind. Über die Zeit habe ich etwas mehr als 10 Jahre auf den Reservaten vor Ort verbracht, bin Januar 1992 in die Camille-Familie als "Daughter from Across the Ocean" von Evelyn Camille hineinadoptiert worden und stehe in stetem Kontakt mit ihnen, auch wenn ich in Europa bin.

Ich wurde eingehend in die Denk- und Lebensweise der Secwépemc sozialisiert und verstehe mich seither als Vermittlerin zwischen indigenen und europäischen Denkweisen, gerade auch mit dem Ziel, auf beiden Seiten Stereotype und Missverständnisse abzubauen. Alle meine Workshops haben daher zur Aufgabe, die andere Denkweise zugänglicher und deutlicher zu machen, damit sie sich gegenseitig ergänzen und stärken können.

Ende der 1980er Jahre habe ich angefangen, in Kinder- und Jugendprojekten mitzuarbeiten und später mitzuentwickeln. Dabei haben Musik und Sprache immer eine zentrale Rolle gespielt. Seit Mitte der 1990er Jahre bin ich auch als Sprachlehrerin und Trainerin in der Erwachsenenbildung tätig.

Ich spreche fünf Sprachen fliessend (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch) und verfüge über ein Grundverständnis der Sprache der Secwépemc, Secwepemctsín.

Meinen Doktortitel erhielt ich 2007 in Strasbourg (Frankreich) nach dem Studium in Paris (Frankreich) und Kamloops B.C. (Kanada). Zentrales Thema dieser Arbeit war, wie bei den Secwépemc über Gesang und andere musikalische Ausdrucksweisen, kulturelles Wissen vermittelt, rechtliche Aspekte ausgedrückt und Konflikte gelöst werden.

​Musik, Sprachen und andere Denksysteme zu verstehen sind mein zentrales Interesse, sowohl in der Forschung als auch im Alltag. Über die Jahre habe ich so manche Lehrveranstaltungen und Seminare zu den Themen Musikethnologie, Feldforschung, Interkulturelle Kompetenz und Konfliktlösung, als auch etliche Workshops mit Kindern und Jugendlichen in Frankreich, Kanada, Deutschland und der Schweiz tätigen können.

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